> Pressespiegel > Bericht: 5. Mai 1999
 

Für Schüler mehr als ein Ausflug

Besuch des Kraftwerkes in Karlsruhe - Auch Museumsbesuch

Die Klasse 11 des TG der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen beteiligt sich am Projekt "Klasse" des SÜDKURIER. Über die momentane Energieversorgung und die Probleme der Zukunft informierten sich die Schülerinnen und Schüler im Kraftwerk in Karlsruhe. Nachstehend der Bericht seitens der Schüler.

Unter dem Aspekt der Information wurden drei Klassen der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in das Kraftwerk in Karlsruhe eingeladen. Die Informationsveranstaltung begann mit einer kurzen Einführung im Informationszentrum, bei der unter anderem über Atomenergie diskutiert wurde. In diesem Punkt konnten sich die Beteiligten leider nicht einigen. Zwei langjährige Arbeiter des Kraftwerkes, die mittlerweile pensioniert sind, führten uns durch das Werk. Momentan arbeiten in diesem Kraftwerk nur noch Block 7 und 4s. Bei diesem Kraftwerk handelt es sich um eine Kombination aus zwei Systemen.

Einmal ist es die Gasturbine, bei der das Gas direkt auf der Antriebsschaufel verbrannt wird und andererseits das herkömmliche Verfahren. Außerdem wird noch Fernwärme ausgekoppelt, die Karlsruhe mit warmem Wasser versorgt. Nur durch die Kombination der beiden Stromerzeugungsmethoden erreicht man einen Wirkungsgrad von ca. 58 Prozent. Dadurch, daß man Fernwärme auskoppelt, erreicht man einen höheren Wirkungsgrad.

Durch verschiedene mechanische und chemische Verfahren gelingt es, die Schadstoffesmission um 85 Prozent zu verringern.

Es werden ca. 99 Prozent des Kohlenstaubes über ein elektronisches Verfahren gelöst. Dieses Verfahren basiert darauf, den Staub elektrostatisch aufzuladen, um ihn dann mit einem Magneten anzuziehen und fachgerecht zu entsorgen. Der Schwefel wird in einer Entschwefelungsanlage aus dem Rauch genommen, indem man den Rauch durch kalisches Wasser leitet. Der Schwefel reagiert mit der Lauge zu Gips, welcher auf dem Bau und in der Industrie verwendet werden kann.

Dieser technische Exkurs wurde durch den Besuch im Museum für Technik und Medien abgerundet, wobei die Bezeichnung Museum einen falschen Eindruck vermittelt. Es handelt sich hierbei um ein interaktives Museum. In ihm bekommt man nur selten ein fertiges Produkt vorgesetzt, sondern kann selbst Änderungen vornehmen. Im Museum wird versucht der breiten Masse die "Neuen Medien" näher zu bringen. Abschließend hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, Karlsruhe noch auf eigene Faust zu erkunden.


Quelle: Südkurier, 05. Mai 1999, Lokalteil Überlingen, Johannes Franken (TG 11)

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