> Pressespiegel > Bericht: 11. Jan. 1999
 

Mit Bass in der Bahn um den Bodensee

Berufsfachschule an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule befuhr die Bodenseegürtelbahn

Es gab in diesem Herbst nicht viele schöne Sonnentage. An einem der schönsten Tage im November hatten die Lehrer Günter Pfoser und Hansjörg Straub mit ihren Klassen der Berufsfachschule Metall und Elektro einen Klassenausflug vereinbart: Eine Fahrt rund um den Bodensee und das mir der Bahn. Mit der Deutschen Bahn, der Österreichischen und Schweizerischen  Bundesbahn.

Gestartet wurde um halb acht am Überlinger Ostbahnhof und an den nachfolgenden Stationen stiegen immer wieder Schüler zu. Einer von diesen trug etwas mit sich, das er als Herzschrittmacher bezeichnete, das sich dann als lautstarker Ghettoblaster entpuppte. Immer, wenn er ihn vorführte, flüchteten Mitreisende aus dem Abteil. Nach einer knappen Stunde Fahrzeit hielt der Zug in Lindau.

Hansjörg Straub wies auf die ungewöhnliche Architektur hin, und einigen Schülern war aufgefallen, daß sich  die Bahnhöfe der bisherigen Strecke ziemlich ähnlich sehen. Anders war das in Bregenz, wo der "neue" Bahnhof eigentlich gar nicht zu erkennen ist. Hier scheint der Zug eher zufällig an den Gleisen mitten in der Stadt zu halten. Der Schüler mit dem Ghettoblaster (tragbares Radio) fiel hier einem Polizisten auf, der ihn freundlich bat, das Gerät leiser zu stellen: "Man ist doch nicht in New York!"

Mir der Österreichischen Bundesbahn fuhr die Klasse nach St. Margarethen und stieg dort in einen Zug der SBB um. Rorschach war der nächst größere Aufenthalt. Im dortigen Bahnhof kann man bequem in die Zahnradbahn wechseln und die steile Strecke nach Heiden hinauffahren. 

Fast hundert Jahre sind manche Werkzeuge alt, aber sie funktionieren fast alle noch. Ganz besonders stolz ist man hier auf die letzte eigens für die Schweiz gebaute dampfbetriebene 

Mit einer pfiffigen Fotomontage illustrierte die Berufsfachschule an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen ihren Bericht über die Fahrt mit der Bodenseegürtelbahn.

Zahnradlokomotive namens "Rosa", die auch schon fast 100 Jahre jung ist und dank der liebevollen Pflege immer noch fahren kann.

Lange Zeit verblieb nicht mehr für den Besuch des Kurorts Heiden, der 1838 nach einer Brandkatastrophe neu aufgebaut wurde. Die Gruppe fuhr mit der Zahnradbahn zurück nach Rorschach. Dieser Tag bot einen wunderschönen Blick über den Bodensee. Der Schaffner, gefragt, ob er den schönen Ausblick von seinem fahrenden Arbeitsplatz genießen könne, antwortete: "Im Herbst und im Winter gibt es oft neblig trübe Tage, aber an den besonders schönen kann man bis nach England sehen."

Mit der "Mittelthurgaubahn" fuhr die Gruppe dann am Schweizer Ufer des Sees bis Konstanz und stieg in den "Seehas". In Radolfzell wartete schon ein anderer Zug: Ein Regionalexpress, der von Basel bis Lindau fährt, brachte die Gruppe nach Überlingen und die letzten stiegen in Salem aus. Dem Ghettoblaster war inzwischen der Saft ausgegangen. Die Batterien hielten genau eine Bodenseerundfahrt. Das könnte eine neue Maßeinheit für die Elektrotechnik werden.


Quelle: Südkurier, 11. Januar 1999,
Murat Aydin, Christian Lutz, Oliver Martin, Klaus Meschle, David Rößner

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