> Pressespiegel > Bericht: 3. Aug. 1999
 

Schüler pflegen Gräber

Von Überlingen nach Bulgarien - Friedenspfad eröffnet

Einen "internationalen Balkan-Friedenspfad" haben Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen am Rande der südostbulgarischen Stadt Sandanski eröffnet. "Wir wollen damit ein Zeichen setzen gegen kriegerische Auseinandersetzungen", erklärte Caroline Jäger, eine der Schülerinnen.

Die Überlinger Gruppe sanierte in verschiedenen Gemeinden Bulgariens auf Einladung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge verfallene Grabstätten.

Wegen des Kosovo-Krieges wäre die Reise beinahe abgesagt worden. "Die Schüler waren zunächst ohnmächtig angesichts des Tötens ganz in der Nähe ihres Reiseziels", so Begleitlehrer Karl Barth, "sie wollten irgendetwas tun."

Dabei sei die Idee aufgekommen, mit der Anlage des Friedenspfades bei Sandanski ein Zeichen gegen kriegerische Auseinandersetzungen zu setzen. Denn der Kosovo grenzt gerade mal 150 Kilometer nördlich von Sandanski an Bulgarien an.

Das ist schon merkwürdiges Gefühl," gibt die 17jährige Caroline Jäger zu, "wir schauen hinaus, in die Berge. Und wir wissen: Ganz dahinten, um die Ecke, da tobte bis vor kurzem noch ein grausamer Krieg." Immer wieder trafen die Überlinger Jugendlichen mit Gleichaltrigen aus Bulgarien zusammen. Dort tauchen die unterschiedlichsten Meinungen zum zurückliegenden Kosovo-Konflikt auf. Begleitlehrer Barth kann sich einen Friedenspfad auch in Überlingen vorstellen.


Quelle: Südkurier, 3. August 1999, Thomas Wagner

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