> Pressespiegel > Bericht: 7. Aug. 1999
 

Jugendbegegnung über Gräbern

Überlinger Jugendliche weihten Friedenspfad in Bulgarien mit ein

Überlingen - Mit dem zu Ende gehenden 20. Jahrhundert bleiben die beiden Weltkriege über zusammen ein Jahrzehnt als schreckliche und mahnende Daten verbunden. 20 junge Schülerinnen und Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule haben mit ihren Lehrern Karl Barth, Dr. Bernhard Schnetter und Dr. Ognian Serafimov in einer Jugendbegegnung mit sechs Mitschülern und einer Lehrerin aus der UNESCO-Partnerschule in Varna (Bulgarien) auf dem internationalen Soldatenfriedhof aus dem ersten Weltkrieg in Dobritsch gearbeitet (der SÜDKURIER berichtete).

Schwerpunkte in der zweiten Woche der Jugendbegegnung war zunächst am 22. Juli die offizielle Einweihung des Deutschen Soldatenfriedhofes in Goze Deltschev, dem im vergangenen Jahr Jugendliche aus Überlingen und Varna mit der Instandsetzung begonnen hatten, die in der auf   Zwischenzeit von einheimischen Firmen fortgeführt und vollendet wurde.

Die Arbeit in diesem Jahr erfolgte auf dem Friedhof in Dobritsch, auf dem aus dem Ersten Weltkrieg 3.000 Soldaten vieler Nationen begraben liegen.

Die Bulgaren vergleichen ihre Kämpfe im Jahre 1916 gegen Rumänien und Russland für ihr Selbstverständnis heute mit dem Kampf an den Thermopylen in der Antike. Die Kämpfe samt

Friedhof wurden in der Geschichtsschreibung nach dem Zweiten Weltkrieg praktisch totgeschwiegen. Großes Interesse zeigten daher auch die bulgarischen Medien an der Arbeit der bulgarisch-deutschen Jugendgruppe.

Ein Ikonenbild als Geschenk übergab der Bürgermeister von Sandanski bei der Einweihungsfeier des Friedenspfades von seiner Stadt zum europäischen Weitwanderweg im Pyringebirge. Die drei Lehrer schlugen dem Überlinger Oberbürgermeister die Einrichtung eines ähnlichen Pfades in oder um Überlingen vor, was Patzel wohlwollend aufnahm. Er wollte es aber in einen überregionalen Zusammenhang gestellt wissen, ähnlich dem St. Jakobs-Pilgerweg, eventuell über die UNESCO-Schulen, zu denen auch die Jörg-Zürn-Schule gehört.


Quelle: Südkurier, 7. August 1999

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