> Pressespiegel > Bericht: 12. Juli 2000
 

Markt für BTA-Abgänger boomt

Jörg-Zürn-Gewerbeschule entlässt 20. Jahrgang 

Überlingen(hk) "Der Markt für Biologisch-Technische Assistenten (BTA) boomt - ihn gilt es zu nutzen". Diese mehrfach getroffene Aussage zog sich wie ein roter Faden durch die zweistündige Feier anlässlich "20 Jahre Berufskolleg (BTA)" in Überlingen und der Entlassung des 20 BTA-Jahrganges in der Aula des Gymnasiums.

Neben der Vorstellung wichtiger Schlüsselqualifikationen für die BTAs gaben die Referenten auch einen Rück- und Ausblick über 22 Jahre BTA-Unterricht an der Jörg-Zürn- Gewerbeschule. Die Feier wurde garniert mit Musik der Bigband des Jugendorchesters der Musikschule Uhldingen-Mühlhofen.

"20  Jahrgänge entlassen nach 22 Jahren BTA-Ausbildung in Überlingen und das im Jahr 2000 - passt das nicht bestens zusammen", fragte Hartmut Walter, der die Ausbildung mit ins Leben gerufen hatte. Als man 1978 mit der zum Bundesmodell avancierten BTA-Ausbildung in Überlingen begann, so Walter, habe es noch keine einzige staatliche Ausbildungsstelle gegeben.

Im Konzept habe es Verirrungen, aber auch Volltreffer gegeben, sagte der Referent. Heute bereite den Ausbildern die zunehmende technische Entwicklung Kopfschmerzen, der man auch aus finanziellen Gründen nur schwer folgen könne. "Hier ist schnelles Handeln angesagt", unterstrich Walter, der zum Schluss interessante Zahlen bereithielt. Diesen zufolge hat sich die Anzahl der der Schule bekannt gewordenen Stellen von 25 im Jahre 1983 auf jetzt über 300 verzwölffacht. Dagegen hat im gleichen Zeitraum die Zahl der Bewerber an der Überlinger Gewerbeschule von 300 auf derzeit 100 abgenommen. Walter: "Zahlen, die verdeutlichen, welche Chancen BTAs heute haben".

Kreiskämmerer Guter Czisch, zum letzten Mal offiziell den Bodenseekreis vertretend, hob die Zukunftsfähigkeit von Schulen als relevanten Standortfaktor für den Kreis hervor. Das zweijährige Berufskolleg BTA sie "eine ganz wichtige Ausbildung, die an einer ganz wichtigen Schlüsseltechnologie ansetzt". Diese große Chance gelte es zu nutzen. 

Von einer täglich neuen Gratwanderung, Biologie und Technik beziehungsweise Umwelt und Technik zusammenzubringen, sprach Eberhard Proß als Vertreter der Stadt und ehemaliger Schulleiter. 

47 angehende Biologisch-technische Assistentinnen und Assistenten verabschiedete die Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen anlässlich der zweistündigen Feier zum 20-Jährigen Bestehen des Berufskollegs BTA Überlingen.

Er legte Wert darauf, dass an der Jörg-Zürn-Schule nicht nur Berufs-, sondern auch Menschenausbildung stattfinde. Überhaupt könne Überlingen "glücklich und stolz" auf seine Schullandschaft sein.

Mit "BTAs als Spiegelbild einer bewegten Arbeitswelt" waren die kurzen Vorträge betitelt, die Thomas Wittling, Vorsitzender des Verbandes BTA und Dr. Elke Luderer von der Boehringer- Ingelheim Pharma Biberach hielten. Wittling sagte, dass die Überlinger Schule in Baden-Württemberg immer noch die einzige mit BTA-Ausbildung sei; bundesweit gebe es 20 mit über 1000 Schülern. Um im Beruf als BTA glücklich zu werden, bedürfe es eine große Portion Teamgeist, eine stetige Weiterbildung und eine ständige Anpassung. "Der Markt für BTAs boomt, gut ausgebildete Fachkräfte werden zunehmend gebraucht", stellte Wittling fest.

In diese Kerbe schlug auch Elke Luderer, die unterstrich, dass der Beruf BTA "alles andere als angestaubt" sei. Die Wissenschaftlerin beschäftigte sich in ihrem Vortrag insbesondere mit Schlüsselqualifikationen als wichtige Bestandteile eines Unternehmens und für den beruflichen Erfolg. Wer sozial betonte Eigenschaften wie Kooperationsfähigkeit, Hilfsbereitschaft oder Einfühlungsvermögen und individuell betonte Merkmale wie Entscheidungsfähigkeit oder Umstellungsfähigkeit mitbringe, "wird viel Spannung und Freude am Beruf haben", sagt Luderer.

Abschließend wurden 47 BTAs entlassen, die am Tag zuvor erfolgreich ihre Prüfung abgelegt hatten.

 
 
 

HOLGER KLEINSTÜCK, Südkurier Überlingen, 12.07.2000

nach oben