> Pressespiegel > Bericht: 09. Mai  2000
 

Jugendbegegnungen in Osteuropa weiterhin
über die Gewerbeschule

Beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge - Institution denkt auch
über zeitgemäßere Formen nach - Landesvertretertag in Überlingen

Überlingen (ub) Von der Prämisse "Zukunftsfähigkeit" bestimmt war der Landesvertretertag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK). Das höchste Organ des VDK-Landesverbandes Baden-Württemberg tagte am Samstag im Parkhotel "St. Leonhard". Dabei ging es im Besonderen auch - wie berichtet - um die künftige Organisation der Jugendarbeit wobei sich den Delegierten auch die seit acht Jahren bestehende Projektgruppe der Jörg-Zürn-Gewerbeschule vorstellen konnte. Aber auch die Präsentation des neuen VDK-Signets wies in die Zukunft.

Der Volksbund müsse sich für unabweisbare Wandlungen öffnen, sagte Landesvorsitzender Dr. Norbert Schelleis. Dabei dachte er an zeitgemäßere Formen des Gedenkens, an eine zeitgemäßere Sprache und die stärkere Einbeziehung aktueller Themen. Ein äußeres Zeichen für eine zukunftsfähige Entwicklung stellt das von Professor Andermatt, Professor für Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Konstanz, kostenlos mit seinem Studenten Robert Wagner modernisierte Signet dar, das mit den traditionellen fünf Kreuzen zwar die bleibende Trauer über die Kriegsopfer zum Ausdruck bringt, mit dem Zusatz "Arbeit für den Frieden" aber auch die zunehmende Funktion des VDK als friedensstiftende Institution signalisiert.

Dass das Verständnis von Kriegsgräberfürsorge mit seinen humanitären Zielsetzungen auch jenseits der Erlebnisgeneration lebendig bleibt, will der Landesverband Baden-Württemberg verstärkt auf die Jugend setzen.

Mit Interesse verfolgten die Delegierten die Vorstellung des seit acht Jahren an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule laufenden Projekts "Jugendbegegnungen in Osteuropa", das durch VDK-Landesgeschäftsführer Max Mangel (Owingen) angestoßen wurde. Man habe damals erkannt, dass sich die Ziele des VDK mit den schulischen Erziehungszielen zu Menschlichkeit und Friedensliebe deckten, erklärte Karl Barth, 

Am Projekt "Osteuropa" des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Zusammenarbeit mit der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen beteiligte Jugendliche. Links Landesvorsitzender Norbert Schnelleis, rechts Jugendreferentin Silke Keller, Überlingen.

der die Projektgruppe der UNESCO-Schule zusammen mit seinen Kollegen Dr. Bernhard Schnetter und Dr. Ognian Serafimow leitet. Gerade vor wenigen Tagen kam das Lehrertrio aus Bulgarien zurück, wo es die nächste Jugendbegegnung im kommenden Monat vorbereitet hatte.

Dabei ging es auch darum, wie Barth berichtete, einen klaren Arbeitsauftrag für die Schüler zu definieren. Anhand von Lichtbildern führte er den Delegierten vor Augen, was in der Vergangenheit so geleistet wurde. Da wurden Grabsteine von Gefallenenfriedhöfen gereinigt, die Gräber neu bepflanzt oder Grabfelder dokumentiert. Als besonders wichtig stellte Barth die jeweilige Einbeziehung von Jugendlichen des Gastgeberlandes heraus. Von Bedeutung sei auch, die Begegnung mit Zeitzeugen des Gastgeberlandes. Im Vorfeld lernen die Schüler die Geschichte des Landes kennen. In der Nachbereitung werden Dokumentationen über die Einsätze und die Jugendbegegnungen erstellt. Barth dankte Landesgeschäftsführer Mangel und dessen Jugendreferentin, Silke Keller, Überlingen, für die vorbehaltlose Unterstützung. "Ich könnte mir keinen besseren Weg vorstellen, um Jugendliche an die Ideen des VDK heranzuführen", stieß die Projektgruppe der Jörg-Zürn-Gewerbeschule auch beim Landesvorsitzenden Schelleis auf Begeisterung.

 
 
 

(ub), Südkurier Überlingen, 09.05.2000

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